Wandern in der Rhön - Offline 🌲

Aktualisiert: 8. Feb. 2021

Riedenberg – Schwarze Berge – Wanderung Nr. 6

Einfach mal wieder Offline. Einfach mal wieder du mit dir und ich mit mir. Den Luxus des Seins genießen und wahrnehmen, wer ich eigentlich bin, wer du eigentlich bist.


Vom 12. Auf den 13.06.2020 habe ich eine Nacht in der Wildness verbracht, alleine und ohne Zelt.


Die wunderschöne Rhön!

Die Idee dieser Wanderung kam einfach durch eine Google Maps Zoom Suche. So nenne ich meine Auswahl von Zielen. Ich schaue auf Google Maps, wo es grün ist, und evtl. etwas Wasser in Form eines Flusses, Sees oder Staudamms vorhanden ist. Dann suche ich einen Ort als Ausgangsziel heraus und fahre dort hin. Ich habe diese Region noch etwas gegoogelt und habe gesehen, dass es in der Rhön verschiedene Wanderwege gibt. Diese sind in Nummern eingeteilt. Ich habe mich dann während meiner Wanderung für Nr. 6 entschieden, da ich vorher kurz gesehen hatte, dass es ein Rundgang ist und auch durch den Ort geht, in dem ich mein Auto geparkt hatte (Riedenberg). Aber diese Entscheidung kam intuitiv und nachdem ich nochmal eine Tafel mit den Wanderungen während der Wanderung entdeckt habe.


Ich bin erst gegen 18:00 Uhr los gewandert, da es ein sehr warmer Tag war und die Sonne erst um ca. 22:00 Uhr unter geht und ich so genug Zeit hatte, gemütlich einen Ort zum Schlafen zu suchen (eine Wiese 😁). Ich hatte wirklich keine Ahnung was auf mich zu kommt, wo und wie ich mein Nachtlager aufschlagen würde.


Der Anfang der Wanderung ging erst einmal Berg auf und ich war super froh, dass ich mich entschieden habe die Tour am frühen Abend zu starten. Schnell hatte ich aber bereits eine wundervolle Aussicht über das Tal von Brückenau und je mehr Meter ich nach oben lief sah ich auch andere kleinere Hügel und hatte bald einen grandiosen weiten Blick über Wälder und kleinere Städtchen. Die frühe Abendsonne gab dem Ganzen den magischen Touch! Ich kam vorbei an wilden Lichtungen mit tollen Lila Lupinen und wilden Gräsern. Ein paar Meter weiter lief ich durch moosige kühlere Waldabschnitte. Ich war wirklich zauberhaft überrascht.


Wunderschöne Naturwiesen.
Wandern in der Rhön

Es ging über kleine Trampelpfade und durch Schotterwege den kleinen Berg hinauf. Oben habe ich dann einen kleinen See entdeckt. Es stellte sich als der „Bergsee Teufels Tintenfass“ heraus. Dort ließ ich meine Drohne hinauf steigen um ihn von oben zu entdecken.


Oberhalb des Sees habe ich meine Wanderung fortgeführt. Weiter Berg auf über eine Lichtung. Die Sonne war bereits Tief und ich konnte erahnen, dass die Lichtung der perfekte Ort ist, um den Sonnenuntergang zu genießen. Ich lief noch ein kurzes Stück weiter, da ich schon bald meinen Ort zum Schlafen aussuchen wollte. Nachdem ich meine Lichtung zum Schlafen ausgesucht hatte, bin ich zurück zu der Stelle mit dem tollen Ausblick. Und der Sonnenuntergang war bombastisch, wie aus einem Liebesfilm. Nur ohne Liebespaar aber dafür mit mir, meinem Rucksack und ganz vielen Insekten, die diesem Abend den klassischen Sommerabend-Feeling gaben. (Das Surren der Grillen und das umherfliegen vieler weiterer Insekten…). Ich klappte mein Tagebuch auf und schrieb noch ein paar Zeilen.


Der perfekte Ort um den Untergang der Sonne zu genießen!
Die Wiese war voller Leben!

Als es langsam Dämmerte, wurde mir erst so richtig bewusst, dass ich an diesem Abend unter freiem Himmel, alleine in der Natur schlafen würde. Ja – mir wurde etwas komisch😁 . Ich packte meine Zeltunterlage (so eine Zeltplane gegen Feuchtigkeit von unten), Isomatte, Schlafsack, Mütze und Schal aus und machte es mir auf der Wiese wie zu Hause gemütlich.


Mein Schlafplatz 🤗

Der Abendwind war angenehm warm und die Vögel zwitscherten noch bis es fast ganz dunkel war. Nur ca. 250 Meter hinter mir war Wald, was mich doch etwas flau im Magen werden und meinen Puls höher werden ließ. Der Wind sorge dafür, dass sich Äste einander rieben und dieses gruselige knarren verursachten. Ich lümmelte mich in meinen Schlafsack gemütlich zurecht. Mein Kopf war aber ganz und gar nicht nach Gemütlichkeit. „Was, wenn nachts auf einmal ein Wildschwein neben mir steht???“ Man hört ja immer so gruselige Storys über gefährliche Wildschweine… Und den ein oder anderen Horrorfilm habe ich (leider :D) auch schon gesehen. Blair Witch Projekt z. B., kennen viele von euch bestimmt. Die Szene mit der Frau und dem Rotz, der ihr aus der Nase läuft, wird ja dann später bei Scary Movie auf den Arm genommen und da läuft ihr quasi ununterbrochen Rotz aus der Nase. Ja – das waren dann so meine Gedanken, mein Beschützerinstinkt hielt mich fleißig auf Trapp.


Ich ließ sogar meine Taschenlampe an, gab mir iwie das Gefühl von Sicherheit und dann sehen mich die wilden Tiere auch gleich, wenn sie mich nicht schon längst gerochen haben. (Nicht weil ich gestunken habe… oder vielleicht doch 😂)


Es dauerte nicht lang und da hört ich es hinter mir im Wald knacken und rascheln. Ich vernahm außerdem das Grunzen von Wildschweinen und das Schreien der Rehe. Was übrigens dem Bellen eines Hundes ähnelt. Mit der Taschenlampe und meinem kleinen Topf habe ich hin und wieder auf mich aufmerksam gemacht.


WOW, als es dann richtig dunkel war, glich der Sternenhimmel fast dem in Australien (mit ein bisschen (viel) Fantasie)). Ich habe sogar 7 Sternschnuppen gesehen. Ach ja und jede Menge Satelliten, die unsere Erde umkreisen. Das kurze blitzen der Sternschnuppen ließ mich vergessen, dass ich alleine auf einer Wiese am Waldrand liege.


Es war wirklich schwer, meine Gedanken positiv zu stimmen und keine Ängste in mir zu verbreiten. Ich musste mir immer wieder bewusst machen, dass die Tiere mehr Angst vor mir haben, als ich vor Ihnen! Die Müdigkeit überkam mich dann doch irgendwann und ich merkte, wie ich in einen Halbschlaf verfiel.


Ich wurde immer wieder wach, da mein Schlafsack von der Matte und die Matte von der Zeltunterlage rutschte. Habe meinen Schlafplatz scheinbar nicht optimal ausgesucht 😁. Memo an mich: Das nächste Mal eine Wasserwaage mitnehmen. (Natürlich nicht...)


Also, guter Schlaf war es nicht. Um ca. 4:30 Uhr wurde ich von den ersten Vögeln aus meinem leichten Schlaf gerissen. Der Horizont wurde leicht erleuchtet und der Sonnenaufgang stand somit kurz bevor. Ich war unschlüssig, ob ich noch liegen bleiben sollte, allerdings war es um mich herum super feucht und bequem war es schon lange nicht mehr. Also packte ich alles zusammen und machte mich wieder auf den Weg.


Der Morgen war, wie man ihn sich vorstellt. Die Sonne blitze durch die Wälder und das Licht verfing sich an dem Morgentau der Gräser und Blumen. Der Wald hatte eine Märchenhafte Stimmung. Das warm, goldene Licht ließ mich schnell die unruhige Nacht vergessen und ich konnte die Gegenwart umso mehr genießen. Ich war im Moment. Der einzige Zustand den ich aktiv beeinflussen, ändern und gestalten kann. Ich war zu 100 % präsent, glücklich und zufrieden.


Das Morgenlicht blitzt durch die Wälder und sagt guten Morgen!

Vor mir sprang ein Reh aus dem Wald. Ich blieb wie verwurzelt stehen, es schaute erst in die andere und dann in meine Richtung und lief schnell zurück in den Wald. Dies war einer der wundervollen Momente an diesem wundervollen Morgen. Ich beobachtete das Licht, welches sich rasch änderte und die Landschaft immer wieder neu erschienen ließ. Ich beobachte zahlreiche Schnecken, mit und ohne Haus. Ich nahm den frischen Geruch der Wald und Wiesen wahr. Lauschte, wie der Wald erwachte und die Vögel ihn zu einem Opera Haus verwandelten. Ich nahm bewusst jeden meiner Schritte wahr und war zufrieden und präsent in jedem Moment.


Ein Morgen wie aus einem Bilderbuch.

Dieser kurze Ausflug im Offline-Modus hat mich wieder viel gelehrt. Ich freute mich auf mein Bett, wie schon lange nicht mehr. Mir wurde bewusst, dass es überall auf der Welt sehr viele Menschen gibt, die jeden Tag unfreiwillig und immer ohne Dach überm Kopf schlafen müssen und nicht die Wahl haben. Ich konnte dadurch meine Dankbarkeit von tiefem Herzen spüren. Dankbar auch, weil ich in Sicherheit lebe. Dankbar, weil ich die Freiheit habe, mich in mein Auto zu setzen und einfach los wandern kann. Dankbar darüber, dass ich mir die Chance gebe, voll und ganz bei mir an zu kommen. Mir den Freiraum gebe nur mit mir zu sein. Meine Gedanken und Gefühle neu sortieren kann.

Für viele mag es absurd sein oder sogar befremdlich aber ich bin gerne nur mit mir. Ich genieße es, mich völligst auf mich ein zu lassen, ohne Einfluss von TV, Social Media, Meinungen anderer etc.. Ohne Druck etwas machen oder tun zu müssen. Einfach nur sein. Natur und ich. Ich und die Natur. Es ist Luxux diesen Freiraum zu haben und ich genieße ihn. Ich bin glücklich, gerne Zeit mit mir verbringen zu wollen. Denn wenn ich selbst gerne Zeit mit mir verbringe, kann ich sicher sein, dass es auch andere gerne tun. Nicht weil ich „Eingebildet“ bin, sondern weil ich gelernt habe, in der Gegenwart präsent zu sein und somit auch voll und ganz für die Menschen in meinem Umfeld da zu sein.


Das war nicht immer so. Es gab eine Zeit, da war jeder Tag verplant, weil ich nicht gelernt hatte, mit mir zu sein. Ich wollte nicht alleine sein und über mich nachdenken. Ich wollte nicht hinschauen und meine Fehler erkennen und an mir arbeiten. Denn der einfachere Weg, damals, war für mich einfach so weiter zu machen.


Erst durch meine 3-jährige Reise habe ich gelernt zu „Sein“ und was es heißt, über mich hinaus zu wachsen. Habe erkannt, wie wenig ich brauche, um wirklich glücklich zu sein.

Ich möchte dir gerne drei Sofort-Tipps mitgeben, wenn du auch das Bedürfnis verspürst etwas ändern zu wollen oder einfach etwas liebevoller mit dir umgehen möchtest.


3 Soforttipps für einen liebevolleren Umgang mit dir selbst:


💞 Verbringe mindestens einen Tag in der Woche nur mit dir


💞 Schreibe dir Gedanken und Emotionen auf um erst einmal zu lernen dich wahr zu nehmen


💞 Nimm dir jetzt kurz Zeit und nimm deinen Atem wahr, wie du ganz von alleine ein- und ausatmest und dein Herz, welches ca. 70 Mal pro Minute (35 Millionen Mal im Jahr) jede Minute deines Lebens IMMER für dich schlägt und dafür sorgt, dass du lebst


Einfach mal wieder Offline. Einfach mal wieder du mit dir und ich mit mir. Den Luxus des Seins genießen und wahrnehmen, wer du eigentlich bist.


Du bist wundervoll, so wie du bist.


Ab in die Natur und ganz viel Liebe!


Tschakka, deine spirituelle Abenteurerin Maike


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